Stellen Sie sich vor, Sie sind unterwegs auf einem Weg an einer faszinierenden Küste. Sie wandern durch felsige Landschaft und Dünen, an Steilküsten entlang und über Strände. Sie kommen durch Fischerdörfer, kleine Städtchen und Häfen. Die Brandung rauscht, Steine und Muscheln rasseln in den Wellen, über Ihnen fliegen kreischende Möwen, die Luft riecht salzig. Auf einmal stürmt es, dann kommt Nebel auf, oder ein Schauer geht nieder, endlich bricht die Sonne wieder durch. Alles an einem Tag. 

 

Ständig wechselt der Weg das Gesicht.

 

Bei Ebbe gibt das Meer endlose Strände frei, mit Tang, Muscheln, Austern und anderem Getier. Strandvögel suchen im Schlick nach Beute, Boote

haben sich auf die Seite gelegt. Das ablaufende Meerwasser hat hier und da kleine Seen hinterlassen, Rinnsale durchziehen den Sand. Dann kommt die Flut und treibt das Wasser wieder in die Buchten zu-rück, Sandbänke tauchen ab, die Brandung rollt kra-chend gegen die Felsen. 

 

Sie träumen nicht.

Es gibt diesen Weg – in der Bretagne. Es ist der Fern-wanderweg GR 34, der auf der Trasse des alten

Zöllnerpfades, des Sentier des douaniers verläuft. Fast immer direkt am Meer, 1700 Kilometer die gesamte bretonische Küste entlang, ohne eine

Unterbrechung, immer gut gepflegt, meist gut markiert, selten unweg-sam und anstrengend.

 

Viele Wochen waren wir auf ihm unterwegs, von Cancale im Norden bis Saint-Nazaire im Süden, immer der rot-weißen Markierung folgend. Wir sind dabei manchen großen Themen dieser Welt begegnet: dem Klima, dem Wetter und den Gezeiten, dem Wasser und der Energie, dem Salz und dem Sand, den Fischen und den Algen. Und noch vielen anderen Themen mehr. Ob das Leuchttürme sind, Meeresfarben, Algen, Austern oder Salz. Es geht immer um etwas, worauf Besucher der Bretagne überall treffen können, was sich aber auf dem jeweiligen Abschnitt des GR 34 besonders

eindrucksvoll zeigt. 

Sie laufen einfach vor zum Meer,

und er ist da

 

Sie können Spritztouren auf dem GR 34 

unternehmen, aber auch halbe oder ganze Tage, Wochen oder Monate auf ihm unterwegs sein, am besten im Frühling oder im Herbst, also außerhalb der Hoch-saison.

 

Dafür müssen Sie nicht in Karten schauen und lange nach dem Weg suchen. Wo immer Sie an der bretonischen Küste sind: Sie laufen einfach vor zum Meer, und er ist da.

Küstenwandern in der Bretagne

Entdeckertouren auf dem Zöllnerpfad

01

Die Austern-Tour

02

Die Leuchtturm-Tour

Die Zukunft der Austern und die Austern der Zukunft

In den vergangenen Jahren ließen die Austern in Frankreich nieman-den mehr kalt. Was nicht an der Vorliebe der Franzosen liegt, die im Durchschnitt 1,8 Kilogramm pro Person und Jahr konsumieren. Nein, seit circa zehn Jahren schla-gen in der Branche, in Politik und Gesellschaft die Wogen hoch. Es geht um nicht mehr, aber auch nicht weniger als die Zukunft der Austern und die Austern der Zu-kunft. Von der Öffentlichkeit bisher kaum wahrgenommen, spalten die Risiken und Nebenwirkungen einer biotechnologischen Entwicklung Züchter, Wissenschaft und Politik.

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Der Wind hat wieder

auf Nord gedreht

 

Ich habe die ganze Nacht vor mir. Nebel wird es keinen geben. Der Horizont ist klar, alle Leuchtfeuer sind zu sehen. Der Wind hat wie-der auf Nord gedreht, aber die starke Dünung hält an, und für Au-genblicke erbebt der Leuchtturm in ihrem Getöse. Die vom Drehfeuer einfallenden Lichter und Schatten huschen über die Holzvertäfe-lungen. Manche scheinen von unten, über die Treppe des Maschi-nenraums zukommen. Der Messing-schrank, die Zahnräder des Uhr-werks, das gewundene Geländer blitzen auf. Sonst ist es dunkel.“        

Jean-Pierre Abraham schreibt in seinem dokumentarisch-fiktiven Tagebuch Der Leuchtturm über das wagemutige Leben der Männer im Ozean. 

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03

Die Sardinen-Tour

04

Die Steine-Tour

05

Die Meeresfarben-Tour

Die Sardine ist der Fisch

par excellence

Sie ist schön, schimmert verführe-risch blau und silbern, macht eine richtig gute Figur. Sie ist aber auch launisch und kapriziös, kommt und geht, wann sie will, schüttet ein Füll-horn aus, um sich dann auf einmal rar zu machen. In riesigen blinken-den Schwärmen zieht sie durch die Meere, schützt sich dank dieser Gesellschaft vor der Vernichtung. Denn ihren Feinden, den Raubfi-schen, wird es nie gelingen, den gesamten Schwarm zu vertilgen. 

Die Sardine ist der Fisch par excel-lence, verführerisch und ungewöhn-lich vielseitig. Sie kann den Luxus-fisch geben, spielt aber gern auch die Starrolle auf dem Grillrost von Campingfreunden. Als Ölsardine in die Büchse gepfercht, ist sie Reser-ve für gastronomische Notfälle, Proviant im Rucksack des Wande-rers. Mehr zur Sardinen-Tour...

Viele tragen Spitznamen

 

Eigentlich müssten in dieser bizar-ren Küstenlandschaft, die im Osten in Perros-Guirec beginnt, über Plou-manach, Trégastel mit der Île Renote und an der Île-Grande vor-bei bis Trébeurden im Westen reicht, überall Schilder auf Einsturz-gefahr hinweisen, aber die Granit-steine trotzen seit Jahrhunderten allen Stürmen und Fluten. Manche Felsbrocken sind so groß wie ein Wohnzimmer, durch das man hin-durch laufen kann. Viele tragen Spitznamen wie die Schildkröte. Mehr Spaß macht es - vor allem Kindern - selbst zu raten und zu entdecken, was die Steine aus dem Rosengranit darstellen könnten: Ein Hase? Ein schlafender Dinosaurier? Eine Nase wie Papa? 

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Farbscanner im Orbit

 

Wolken mit kleinen Punkten in Re-genbogenfarben sind verstreut auf einem Sternenhimmel, blaue Schwaden schieben sich wie Nebelbänke ineinander - diese Bil-der ähneln Lightshows in Disco-theken der Siebzigerjahre, als DJs den Beatles-Song Lucy in the sky with diamonds einspielten, und der Videorecorder dazu Myriaden von Farbpigmenten an die Wand warf. Aber nein, die schillernden Foto-grafien stammen von einem satellitengestützten High-Tech-Spek-trometer. Mittlerweile ziehen diese Flugobjekte in stattlicher Zahl und im Dienste von Forschung und Wis-senschaft ihre Bahn um die Er-de. Dabei haben die Farbscanner im Orbit ein besonderes Auge für die Farben des Meeres – auch für die an der bretonischen Küste. 

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06

Die Fische-Tour

Es ist ein großes Spektakel 

 

Sie heißen Maris Stella, Gwenn Emma, Harmonie oder Tri Yann, und für ihren Einlauf in den Hafen von Le Guilvinec hat sich eine im-posante Schar von Menschen ver-sammelt. Wie an einer Schnur auf-gezogen, sind die farbenfrohen Küstenboote schon jetzt am Hori-zont zu sehen. Dann kommen sie näher, eins nach dem anderen, um-fahren den roten Leuchtturm und machen unmittelbar unterhalb der Besucherterrasse fest. Das Entladen geht wieder los: Seeteufel mit weit aufgerissenen Mäulern, dunkel ge-färbte Tintenfische, gefleckte Kat-zenhaie und vereinzelt auch Hum-mer, viele Kisten mit Langustinen – es ist ein großes Spektakel. 

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12 weitere Touren: