Belle Ile – Küstenwandern auf der größten bretonischen Insel



Belle Ile – Ideal zum Küstenwandern




Grüne Felder und Steilküste – Felsformationen und große Sandbuchten – Fjorde und lange Sandstrände – pittoreske Küstenhäfen und ein eher eintöniges, von Landwirtschaft geprägtes Hinter- und Binnenland: Wer die spannungsvollen Gegensätze der Bretagne kompakt erfahren will, der ist auf der schönen Insel gut aufgehoben. Der Zöllnerpfad führt einmal ganz um sie herum.

Die Strecke misst circa 90 Kilometer, hat es aber in sich. 2000 Höhenmeter sind auf dem sentier douanierin einem stetigen Auf und Ab zu bewältigen. Von der grünen, auch immer mal bewaldeten Steilküste führt der Weg hinunter in Buchten und über lange Strände, dann geht es wieder hinauf. Die fantastischen Ausblicke über die Weite des Ozeans entschädigen auf alle Fälle.


Ideal ist die Insel für eine Wochenwanderung

Mit dem TGV von Paris aus wechselt man in Auray in den Bus, der direkt am Fährhafen in Quiberon Halt macht. Auch weil die Insel durch ein dichtes Busnetz erschlossen ist, eignet sie sich gut für eine Wochentour mit Basislager. Von einem Haus oder einer Mietswohnung aus lassen sich die einzelnen täglichen Etappen gut mit dem öffentlichen Verkehr erreichen. Auch Trampen ist eine machbare und interessante Alternative. Die Inselmenschen sind sehr freundlich und viele Straßenkreuzungen sehen sogar besondere Haltepunkte für Wanderer vor, die den Daumen raushalten.


Klein-Bretagne

Belle Ile ist wirklich die Bretagne im kleinen, mit allen landschaftlichen Kontrasten, die die Region attraktiv und dann auch wieder langweilig und spannungslos machen. Auch auf der Insel ist der Gegensatz zwischen der Energie der Küste und dem monotonen Hinterland deutlich spürbar. In der grünen Parklandschaft grasen Rinder- und Schafherden. Auf Luftbildern wirken die kleinen verteilten Ortschaften wie Legoland, weil alle Häuser in einem einheitlichen architektonischen Stil erbaut sind. Fünfzig Prozent der Zweithäuser sind nur wenige Wochen im Jahr von ihren Eigentümern bewohnt. Sind übers Jahr auf Belle Ile fünf Tausend Bewohner zuhause, leben in den attraktiven Sommermonaten vierzig Tausend Gäste hier. Ein Hinweis darauf, die Insel eher im Mai oder September zu besuchen. Da die Miete von E-Bikes und Autos einfach und nicht zu teuer ist, sind auch kombinierte Wanderexkursionen eine attraktive Alternative.


Ein strategischer Ort

Belle Ile ist eine Urlaubsinsel, vom Tourismus geprägt, was jedoch auf dem reizvollen Küstenwanderweg kaum spürbar ist. Gustav Flaubert soll in seinen Reisetagebüchern ihr einst diesen Namen gegeben haben und sie so auch für viele Künstler und Kulturschaffende interessant gemacht. An der Nordspitze und der Pointe de Poulains hat Sarah Bernhard einst ein Haus erworben, das heute als Museum über ihr Leben erzählt.

Auffällig, dass die Insel kaum mit dem Ozean in Verbindung zu stehen scheint. Fischerei und Fischindustrie findet hier so gut wie nicht statt. Die Häfen Sauzon und Le Palais sind von Skippern, Yachten und Freizeitbooten dominiert und Fisch lässt sich nur auf dem täglichen Markt in Le Palais oder den großen Supermärkten erwerben.

Nicht nur die mächtige Zitadelle des Militärarchitekten Vauban weist in Le Palais auf die strategische Bedeutung der Insel hin. Entlang der Küste liegen zahlreiche Ruinen historischer Wehranlagen am Wege. Denn wer die Insel eroberte, hatte auch immer die gesamte Meeresregion im Blick und unter Kontrolle. Und konnte auf eine unverzichtbare Ressource zurückgreifen: Trinkwasser...



Belle Ile – Pointe de Poulains

Infos

https://www.bretagne-reisen.de/darauf-habe-ich-lust/ausfluege-in-die-natur/die-schoensten-ausflugsziele/wandern-auf-der-insel-belle-ile/

https://de.belle-ile.com/tatigkeiten/freizeit/wanderung-und-tour-radfahrer

0 Ansichten