Bretagne: Die Algenplage und die Touristen


Schon wieder: Grüne Algen. In drei Quartalen der Sommersaison hat das Problem der Grünalgen in der Bretagne sehr viel mediale Aufmerksamkeit bekommen. Die Auswirkungen auf den Tourismus werden jedoch von den Akteuren vor Ort sehr unterschiedlich wahrgenommen: Die Situation in der Bucht von Saint-Brieuc verdeutlicht die Lage. So sind an den Stränden von Hillion die grünen Algen kaum zu übersehen. Und auch hier ist d

as Thema in aller Munde. Im Restaurant Breizh y moules gehen jedoch die Meinungen auseinander. Warum muss immer die Bucht von Saint-Brieuc in den Medien vorkommen?, ärgert einen Kunden. Dort gibt es die meisten

Grünalgen. Die können kaum etwas anderes sagen,antwortet Julien, der Manager, auf der anderen Seite des Tresens. Aber er bemerkte in diesem Sommer keine Auswirkungen. Die Leute reden wegen der Gerüche und der verschandelten Landschaft darüber, aber das hält sie nicht davon ab, zu kommen, sagt Sébastien Briens, Leiter der VieilleAuberge.


Die Leute werden ängstlicher

Ein paar Schritte weiter, im Hotel und Restaurant Au Bon Saint-Nicolas ist eines sicher: weniger Menschen im Juli. Wir haben normalerweise viele Wanderer. Aber 30 Tage lang sind mir nur vier von ihnen begegnet. Ich denke, es hat etwas mit dem Meer zu tun, sagt Claudine, die den Laden mit Philippe leitet. Wir sind seit 37 Jahren zusammen und das Grünzeug war immer da, das ist nicht neu....

Auf dem Campingplatz Bellevue hat die Rezeption die offiziellen Verbotsanordnungen für das Baden und die Strandnutzung ausgehängt. Unsere 56 Standplätze waren fast den ganzen Sommer über besetzt. Es hat nur zwei Absagen gegeben. Eine Mutter sagte, sie habe Angst um das Leben ihrer Tochter. Die Leute werden ängstlicher, sagt die junge Frau im Office.

Ich weiß, dass ich nie wieder eine Gruppe von Stammgästen sehen werde. Sie fanden die Gerüche unerträglich, sagt Marisa Guernion, die die Wohnhütten in Les Mouettes Rieuses vermietet. Ich ermutige die Mieter, sich an den Bürgermeister und das Rathaus zu wenden.


Kein Grund für Alarmismus

Wir wissen, wann es einen Bericht in den Nachrichten gegeben hat, stellen wir in Saint-Quay fest. Dann melden sich hauptsächlich Touristen, die mit den geografischen Verhältnissen in der Bretagne nicht wirklich vertraut sind, sagt Aline Triballier vom Tourismusbüro in Binic. In diesen Fällen beruhigen und informieren wir Sie, übermitteln die offiziellen Dokumente des regionalen Tourismusverbandes und weisen auf unsere Webcam hin. Da kann jeder die Lage in Echtzeit sehen...

Auch Mickaël Cosson, Bürgermeister von Hillion, sieht keinen Anlass für Alarmismus. Die Auslastung beträgt 70 Prozent der Campingplätze und Vermietungsangebote und liegt höher als 2018, erklärt er. Trotz allem, was in der Presse gesagt wurde. Und seit 2010 ist es beinahe jedes Jahr so....

6 Ansichten