Bretagne: Mit dem Trimaran auf Planktonsuche Kooperation Wissenschaft & Segelsport


Iodysséus

Vom Plankton in der Ozeanluft

Warum sollen wir uns schon für Plankton interessieren, diese Aber-Billionen von tierischen und pflanzlichen, Tausende Millimeter großen Einzeller, die sich in den Ozeanen herumtreiben? Ihr Name hat übrigens griechische Wurzeln und verweist auf das Umtriebige dieser Lebewesen, die sich dahin floaten lassen, wie es den Winden, den Strömungen und Wellen der Meere gerade gefällt? – In der Bretagne gibt es jedenfalls Wissenschaftler und Seeleute, die nun insbesondere das Plankton in der Luft über den Ozeanen ins mikroskopische Visier nehmen. So wie der Trimaran-Segler Éric Defert, der sich an Bord eines in Brest stationierten Rennbootes auf die Suche nach diesem Plankton macht.


Basis allen Lebens

Was die Ozeanographen Primärproduktion nennen, ist die Basis allen Lebens auf der Erde. Ohne sie hätten wir keine Luft zum Atmen, gäbe es kein Leben im Meer und auf der Erde. Denn Phyto-und Zooplankton haben nicht nur die Fähigkeit, große Mengen Kohlendioxid zu speichern. Sie wandeln insbesondere dieses CO2 in Sauerstoff um. So können wir richtig Luft holen an Land und das Klima bleibt in der Balance, wie wir es zum Leben auf unserem Planeten brauchen. Ihr Beitrag für die Erdatmosphäre ist bedeutender als die aller Wälder und Pflanzen zusammen.

Im Rahmen des Programms Iodyssey gehen nun bretonische Wissenschaftler und Ozeansegler gemeinsam auf Törns und dem Plankton auf die Spur. Und diese Fragen richten ihre Neugier aus: Welche Rolle hat die Luftsäule über dem Meer für die Bildung von Wolken? Wie viele marine Moleküle mit unerwarteten Eigenschaften sind im Wasser, aber auch über der Oberfläche der Ozeane, noch zu entdecken?


Atlantische Planktonblüte

Die erste Mission konzentriert sich auf die atlantische Planktonblüte, die jedes Frühjahr im Frühjahr zwischen der Irischen See und dem Iberischen Halbinsel stattfindet. Diese natürliche Explosion fasziniert die Forscher, die mehr über den Austausch zwischen Ozean und Atmosphäre besser wissen sowie den Kohlenstoffkreislauf über dem Meer und die Verschmutzung von Mikroplastik und Mikrofasern auch in der Atemluft weiter erforschen wollen. Dafür rüsten sie ihre Segelboote mit speziellen Sensoren aus und bringen die winzig kleinen Organismen in die Laboratorien der Wissenschaftspartner. Mehrere Unternehmen wie Polymaris Biotechnology (Extraktion von Meeresmolekülen in Brest) oder Codif Natural Technology (Kosmetik in Saint-Malo) sind bereits mit auf der Iodyssey-Brücke, aber hier gibt es immer noch Platz für weitere Interessierte. Und Iodysséusist nicht das erste Rennsegelboot, das eine beispiellose Forschungsreihe rund um Meeresaerosole eröffnet.

www.iodysseus.org

Von diesen Einzellern hängt unser Leben ab

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