Bretonische Weine & der Klimawandel


Klimawandel: Wein aus der Bretagne

In der Bretagne mehren sich Initiativen zur Wiederbelebung des Weinbaus. Wie die französische Zeitung Le Parisien berichtet, bestehen bereits entsprechende Projekte in vier Départements der Region, unter anderem auf den Halbinseln Rhyus und Quiberon.

Die Klimaerwärmung sowie eine Änderung der gesetzlichen Vorschriften machen den Anbau von Weinreben laut Le Parisien jetzt auch im Nordwesten Frankreichs möglich. Bis zum 1. Januar 2016 war die Weinproduktion in der Bretagne verboten, wenngleich es bereits im mittelalter Weinbau in der Region gab. Die Reben fielen jedoch der Reblaus und dem Getreideanbau zum Opfer. Künftig soll es nun wieder bretonische Weiß-, Rot- und Schaumweine geben.

Schon im 3. Jahrhundert kam die Rebe mit der Ankunft der Römer in die Bretagne und entwickelte sich dann mit dem Christentum im 5. Jahrhundert. Mit der Abkühlung des Klimas, der Entwicklung des Handels mit den Nachbarregionen und der Entscheidung Colberts, im 17. Jahrhundert kranke Reben durch Apfelbäume zu ersetzen, verschwanden die Reben jedoch fast vollständig aus der Bretagne.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass innerhalb von 50 bis 100 Jahren durch einen Temperaturanstieg das bretonische Klima dem von Bordeaux ähnelt, was es der Bretagne ermöglicht, den Weinanbau wieder aufzunehmen. Zumal eine Richtlinie der Europäischen Union vom 1. Januar 2016 Frankreich erlaubt, Weinstockplantagen um 1 Prozent oder 8000 Hektar pro Jahr im ganzen Land zu erhöhen.

1 Ansicht