Die bretonische Küste gehört allen


Es hat beinahe 40 Jahre gedauert, bis der Zöllnerpfad entlang eines kleinen Landfingers bei Saint Briac in der Bretagne wirklich durchgängig passierbar war. Die Grundstücke des ehemaligen französischen Umweltministers Brice Lalonde und des ehemaligen amerikanischen Außenministers John Kerry liegen nämlich hier in spektakulärer Strandlage. Auch aus Sicherheitsgründen hatten die prominenten Herren etwas dagegen, dass Wanderer ihr Eigentum passieren. Damit konnten sie sich jedoch nicht durchsetzen. Ein finaler Gerichtsbeschluss legte nun fest, dass der Sentier des douaniers auch hier einen Lückenschluss bekommen muss. Denn das loi littoral regelt seit dem Jahre 1976, das jeder Grundstücksbesitzer einen drei Meter breiten Streifen entlang des Meeres für die Öffentlichkeit zugänglich halten muss. Diese servitude de passage ist das rechtliche Instrument, mit dem der 1700 Kilometer lange bretonische Küstenwanderweg seine Kohärenz entwickeln konnte. Und jetzt müssen die betroffenen Politiker das Einsehen haben, das dieses Begehungsrrecht in der Bretagne für alle gilt. Und wohl auch in Kauf nehmen, dass ihnen Wanderer beim Schwimmen in ihrem Pool zuschauen.

Mehr zu dem interessanten Rechtsstreit in der Zeitung Le Telegramme

https://www.ouest-france.fr/bretagne/saint-briac-sur-mer-35800/saint-briac-le-sentier-littoral-longeant-les-proprietes-de-riches-riverains-rouvre-apres-37-ans-6243288?utm_source=neolane_of_newsletter-generale_mediego&utm_campaign=of_newsletter-generale&mediego_ruuid=732b2bfa-eeae-461f-bfdc-3ec50a320c67_1&mediego_euid=2451511&mediego_campaign=20190302_email_html&utm_medium=email&utm_content=20190302&vid=2451511

Und mehr zum Zöllnerpfad unter www.bewandert-unterwegs.de

10 Ansichten