Hallo – Hallo: Bretonisches Strandgut


Garfield-Telefone an bretonischen Stränden

Bei Ebbe an der bretonische Küste unterwegs zu sein, kann zu einem besonderen Erlebnis werden. Da liegen Muscheln und Meerestiere herum, Holzplanken mit Geschichte, natürlich auch Plastikabfälle und Müll. So manch ein Hobby-Schatzsucher will auch bisweilen eine Flaschenpost gefunden haben. Einige von ihnen nehmen jedoch Jahr für Jahr die Spur nach völlig überraschenden Funden auf. Denn seit den frühen 1980 er-Jahren werden immer wieder Telefone im Look des Comic-Katers Garfield an den Strand gespült. Im letzten Jahr waren es über 200 gut erhaltene echte Telefone aus Plastik mit dem Konterfei des gefräßigen Katers. Mitglieder des lokalen Umweltschutzvereins Ar Viltansoù konnten sie am 27 Kilometer langen Strandabschnitt zwischen Plouarzel und Ploumoguer im Watt dingfest machen.


Container über Bord

Laut der französischen Zeitung Le Mondeerzählte kürzlich René Morvan, ein Landwirt aus Porsmoguer, in einer Radiosendung von France Info, an einem stürmischem Märztag irgendwann Anfang der 1980 er Jahre gleich ein ganzes Dutzend der orangenen Telefone am gesamten Strand gefunden zu haben. Als sich Sturm und Flut beruhigten, habe er gemeinsam mit seinem Bruder die felsigen Küsten des Strandes weiter erkundet. Und sei dabei auf eine eine schwer zugängliche Höhle gestoßen, in die die Wellen einen Schiffscontainer verkanntet hatten. Heute, etwa fünfunddreißig Jahre später, hat das salzige Wasser an mehreren Stellen große Löcher in die dicken Metallwände des Containers gefressen. Steigt das Wasser, spült es jedes Mal ein paar der Garfields zurück ins Meer. Die Vermutung liegt nahe, dass die Telefone aus einem Container stammen, der bei stürmischer See von einem Frachtschiff gefallen ist. 40.000 Schiffe pro Jahr passieren heute die Route vor der bretonischen Küste.


Mikroplastik und langes Verfallsdatum

Präsidentin Claire Simonin-Le Meur von der Umweltorganisation Ar Viltansoù befürchtet, dass der Container mit dem durchaus sympathischen Comic-Kater-Inhalt nicht der einzige ist, der sich in den zahllosen Grotten und Höhlen entlang der bretonischen Küste gequetscht hat. Wenn man die Strömungskarten und die Fundorte von Garfield-Telefonen an manchen Stränden miteinander vergleicht, dann müssen schon deutlich mehr Container noch irgendwo gestrandet sein. UndFabien Boileau, Direktor des benachbarten Parc Marin d’Iroise, warnt: Das ist Abfall, der über 30 Jahre alt ist und wir finden Teile, die quasi neu sind. Wenn wir vom Abbau von Plastik sprechen, gibt es da einen Teil, der sich in Mikroplastik auflöst, aber es gibt auch Teile, die noch Jahre und Jahre brauchen werden, bis sie ganz verschwunden sind.

15 Ansichten